Sondermaschinen und Anlagen
Automatisierte Verarbeitung von technischen Textilien

Aktuelles

13.03.2014

Forschung meets Fertigung: Automatisierte Näh- und Legeprozesse mit KSL-Anlagen

Eine Werkshalle in Stade. Mit schnellen, präzisen Stichen näht die Blindstichnähmaschine einzelne CFK-Bahnen an einem Portal vollautomatisch zu einem großen Gelege zusammen. Hier entsteht das Druckschott für den Airbus A380. Die Nähanlage dazu stammt vom süddeutschen Sondermaschinenhersteller KSL.

Auch im Boeing 787 Dreamliner steckt Nähtechnologie von KSL. Ein Roboter bringt im Tragwerkslenker per Tuftingverfahren CFK-Fäden zur Verstärkung ein. Werden Bauteile einer Passagiertür durch Nähte verbunden, kann die Zahl der erforderlichen Titannieten reduziert und dadurch Gewicht reduziert werden. Dieser Aufgabe widmete sich KSL in einem gemeinsamen Forschungsprojekt, für die das Projektteam den JEC Innovation Award erhielt.

„Nicht alles, was auf unseren Anlagen entsteht, hebt ab“, sagt Robert Keilmann, Geschäftsführer der KSL GmbH. „Ähnliche Verfahren werden vielfach im Automobilbau eingesetzt.“ Ein Beispiel sind Mercedes-Benz SLR Crashelemente. Dort werden Fäden – ebenfalls mit dem Tuftingverfahren – eingebracht, um das Verhalten bei einem Crash gezielt zu beeinflussen.

KSL ist Hersteller von Nähsystemen und Automatisierungstechniken zur Verarbeitung technischer Textilien. Der Bereich Composites boomt, ist aber auch eine besondere Herausforderung. „Fast alles, was im Bereich Composites auf unseren Maschinen entsteht, sind Innovationen. Unsere Kunden möchten die neuen Technologien schnell und wirtschaftlich in die Praxis bringen. Das gelingt nur im sehr intensiven fachlichen Dialog,“ sagt Robert Keilmann, Geschäftsführer der KSL GmbH.

Damit meint er nicht nur die Kundenseite. Um neue Verfahren zu entwickeln und zu etablieren, arbeitet KSL auch eng mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen. Das süddeutsche Unternehmen baut Portal- und Roboteranlagen für die Verarbeitung von Composites. Die Anlagen dienen der Herstellung von Gelegen, von Sub-Preforms und Preforms und dem Verbinden von unidirektionalen und multiaxialen Geweben. Auf KSL-Anlagen entstehen Bauteile aus Kohlefaser, Glasfaser  oder Aramid, vom Profil oder Stringer bis zum komplexen dreidimensionalen Bauteil.

Im Technikum im süddeutschen Lorsch fertigt KSL für Kunden aus aller Welt Prototypen und Kleinserien.Bei flächigen Anwendungen sind es meist CNC-Nähanlagen, die beispielsweise CFK-Materiallagen miteinander verbinden. Bauteile mit komplexen dreidimensionalen Geometrien benötigen 3D-Nähverfahren. Dazu stattet das Lorscher Unternehmen 3D-Roboteranlagen mit Köpfen und Steuerungen für spezielle Anwendungen aus, wie beispielsweise Tufting, Blindstich-Nähte, Zweinadel-Nähte.

Je nach Anwendung kann der Roboter Composites fügen, mit einem Ultraschall-Schneidkopf trennen, oder auch CFK-Binder-Tapes mit einem Legekopf ablegen, um Preforms herzustellen.Das Portfolio umfasst nicht nur Composite-Anwendungen. 

Auf KSL Anlagen entstehen weltweit Airbags, textile Filtertechnik, Heimtextilien, Fashion oder Sicherheitstechnik eingesetzt. KSL ist in diesem Jahr 50 Jahre alt und seit 2013 ein Unternehmen der ShangGong Gruppe, zu der weitere Global Player der Nähtechnologie wie Dürkopp Adler und Pfaff gehören.